Auswandern nach Kroatien

Auswandern nach Kroatien

Zwischen Traum und Wirklichkeit

Für viele Menschen beginnt die Auswanderung nach Kroatien mit einem Traum: mehr Sonne, mehr Lebensqualität, weniger Stress und ein Leben dort, wo andere Urlaub machen. Besonders Istrien zieht jedes Jahr zahlreiche Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Mediterranes Klima, die Nähe zum Meer, eine entspanntere Lebensweise und die vergleichsweise kurze Entfernung zur alten Heimat machen die Region attraktiv.

Doch zwischen Traum und Wirklichkeit liegen oft einige Herausforderungen, die in den sozialen Medien, Auswanderergruppen oder Hochglanzberichten nur selten thematisiert werden.

Auswandern bedeutet mehr als nur den Wohnort zu wechseln

Eine Auswanderung ist nicht einfach ein Umzug über die Grenze. Sie bedeutet, sich auf ein anderes Land, andere Abläufe, andere Denkweisen und teilweise auch andere Erwartungen einzulassen.

Viele Auswanderer kommen mit der verständlichen Annahme nach Kroatien, dass vieles ähnlich funktionieren wird wie in Deutschland. Schließlich befinden wir uns innerhalb der Europäischen Union, nutzen mittlerweile dieselbe Währung und bewegen uns in Europa.

Die Realität sieht jedoch häufig etwas anders aus.

Behördliche Abläufe können anders organisiert sein. Zuständigkeiten unterscheiden sich. Manche Dinge laufen digital, andere wiederum erfordern persönliche Vorsprachen. Dokumente, die in Deutschland selbstverständlich akzeptiert werden, benötigen plötzlich Übersetzungen oder zusätzliche Nachweise.

Dabei entsteht oft ein besonderes Problem: Man weiß nicht, was man fragen soll, wenn man nicht weiß, was man nicht weiß.

Wer davon ausgeht, dass die Abläufe ähnlich sind wie in Deutschland, stellt oft gar nicht die Fragen, die später wichtig werden. Erst wenn eine Anmeldung, ein Antrag oder eine andere Formalität ansteht, werden Unterschiede sichtbar.

Jeder Fall ist anders

Ein weiterer Punkt, der häufig unterschätzt wird: Es gibt nicht „die Auswanderung nach Kroatien“.

Die Situation eines Rentners unterscheidet sich grundlegend von der einer Familie mit Kindern. Ein Angestellter hat andere Voraussetzungen als ein Selbstständiger. Wer bereits eine Immobilie besitzt, steht vor anderen Fragen als jemand, der zunächst zur Miete wohnen möchte.

Deshalb sind allgemeine Aussagen aus Internetforen oft nur bedingt hilfreich. Ein typisches Beispiel sind Aussagen zu Krankenversicherung, Steuern oder Lebenshaltungskosten. Wenn jemand schreibt: „Meine Krankenversicherung kostet nur X Euro im Monat“, dann mag das für diese Person vollkommen richtig sein. Vielleicht handelt es sich um einen Rentner, einen Grenzgänger oder jemanden mit einer besonderen Versicherungssituation. Für eine selbstständige Familie mit Kindern können dagegen völlig andere Regelungen gelten.

Was für den einen zutrifft, muss für den anderen noch lange nicht passen.

Die schönen Seiten werden häufig ausführlich beschrieben

Wer sich in sozialen Netzwerken oder Auswanderergruppen informiert, findet zahlreiche Bilder von Sonnenuntergängen, Olivenhainen, idyllischen Buchten und entspannten Cafés. Und in der Tat kann man fast täglich Postkartenmotive mit seinem Handy festhalten, wie das Foto des Anglers zeigt. Diese Seiten gehören selbstverständlich ebenfalls zur Wahrheit und das ist definitiv ein Grund mehr, nach Kroatien zu ziehen.

Weniger häufig liest man jedoch über:

  • langwierige Behördengänge
  • Sprachbarrieren
  • unterschiedliche Verwaltungsabläufe
  • Herausforderungen bei Versicherungen
  • die Wohnungssuche
  • Fragen zur Steuerpflicht
  • unterschiedliche Erwartungen im Geschäftsleben
  • kulturelle Unterschiede im Alltag

Dabei sind genau diese Themen oft entscheidend dafür, ob eine Auswanderung langfristig erfolgreich und entspannt verläuft.

Die Herausforderung Wohnraum

Ein Bereich, der viele Neuankömmlinge überrascht, ist der Wohnungsmarkt.

Deutschland gilt traditionell als Mieterland. Nur rund 47 Prozent der Menschen wohnen dort in einer eigenen Immobilie. In Kroatien ist die Situation nahezu umgekehrt. Über 90 Prozent der Bevölkerung leben in Wohneigentum. Damit gehört Kroatien zu den Ländern mit den höchsten Eigentumsquoten Europas. Das hat Auswirkungen auf den Mietmarkt.

Viele Wohnungen werden innerhalb von Familien weitergegeben. Langfristige Mietangebote sind in manchen Regionen deutlich seltener als in Deutschland. Hinzu kommt, dass insbesondere in touristisch geprägten Gebieten wie Istrien zahlreiche Objekte während der Saison als Ferienunterkünfte vermietet werden.

Die Folge: Wer eine langfristige Mietwohnung sucht, benötigt oft Geduld, Flexibilität und gute lokale Kontakte. Gerade in beliebten Küstenregionen kann die Wohnungssuche deutlich anspruchsvoller sein als viele Auswanderer zunächst erwarten.

Auswandern ist kein Urlaub

Vielleicht ist dies einer der wichtigsten Punkte überhaupt.

Ein Urlaub dauert zwei Wochen. Eine Auswanderung verändert das gesamte Leben. Der Alltag besteht nicht nur aus Meerblick, Sonnenuntergängen und Restaurantbesuchen. Er besteht auch aus Arbeit, Rechnungen, Versicherungen, Behördengängen, Handwerkern, Schule, Gesundheitssystem und vielen kleinen Entscheidungen des täglichen Lebens.

Wer mit einer realistischen Erwartungshaltung startet, hat meist die besseren Voraussetzungen für einen gelungenen Neustart.

Gute Vorbereitung schafft Sicherheit

Eine Auswanderung muss keine Reise ins Ungewisse sein. Viele Herausforderungen lassen sich deutlich einfacher bewältigen, wenn man sie frühzeitig erkennt und sich vorbereitet.

Dazu gehören unter anderem Fragen wie:

  • Welche Aufenthaltsregelungen gelten?
  • Wie sieht die persönliche Steuer- und Versicherungssituation aus?
  • Welche Dokumente werden benötigt?
  • Wo möchte man langfristig leben?
  • Wie realistisch sind die eigenen finanziellen Planungen?
  • Wie sieht der Wohnungsmarkt in der gewünschten Region tatsächlich aus?
  • Welche Alternativen gibt es, falls nicht alles sofort funktioniert?

Wer diese Fragen vor der Auswanderung klärt, erspart sich später oft viel Zeit, Geld und unnötigen Stress. Denn Auswandern nach Kroatien kann ein wunderbarer Schritt sein – wenn Traum und Wirklichkeit miteinander in Einklang gebracht werden.

 
Herausforderung bei der Auswanderung nach Kroatien

Herausforderung bei der Auswanderung nach Kroatien

Herausforderung Sprache

Je nachdem wohin Sie in Kroatien ziehen, werden Sie vermutlich auf mehr oder weniger viele Menschen treffen, die Englisch oder gar Deutsch sprechen. Während die Generation, die noch zu Zeiten „Jugoslawiens“ aufgewachsen ist die deutsche Sprache noch in der Schule lernte, hat die jüngere Bevölkerung eher Englisch als Fremdsprache gewählt. Für jeden Einwanderer oder Auswanderer ist es dennoch ist es wichtig die Landessprache Kroatisch ein wenig beherrschen.

Bei den Behörden, beim Einkauf und sonst im Alltag (Friseur etc.) ist es immer hilfreich die Grundlagen zu können. Ob Sie eine App zum Lernen nutzen, einen Online-Kurs belegen oder sich noch in Deutschland bei der VHS einschreiben, das bleibt Ihnen selbst überlassen.
Leider ist die Sprache nicht besonders einfach insbesondere, wenn man bedenkt, dass in der kroatischen Sprache, wie auch in anderen slawischen Sprachen, sich Namen je nach grammatischem Fall ändern. Dieser Prozess wird als Deklination bezeichnet und beeinflusst die Endungen von Namen, abhängig von ihrer Funktion im Satz. Die Fälle zeigen, in welcher Beziehung das Nomen zu den anderen Wörtern im Satz steht.

Hier sind einige Beispiele, wie sich die Namen nach Geschlecht und Fall ändern könnten:

Männliche Namen

Nehmen wir als Beispiel den männlichen Namen „Ivan“.

  • Nominativ (Wer oder Was? – Subjekt im Satz): Ivan
  • Genitiv (Wessen? – Besitz oder Zugehörigkeit ausdrücken): Ivana
  • Dativ (Wem? – Indirektes Objekt): Ivanu
  • Akkusativ (Wen oder Was? – Direktes Objekt): Ivana
  • Vokativ (Anruf- oder Ansprechform): Ivane
  • Lokativ (Wo? – Ort, mit Präpositionen): Ivanu
  • Instrumental (Mit Wem oder Was? – Mittel, mit dem die Handlung ausgeführt wird): Ivanom

Weibliche Namen

Als Beispiel nehmen wir den weiblichen Namen „Ana“.

  • Nominativ: Ana
  • Genitiv: Ane
  • Dativ: Ani
  • Akkusativ: Anu
  • Vokativ: Ano oder Ana
  • Lokativ: Ani
  • Instrumental: Anom

Sächliche Namen

Als Beispiel nehmen wir den sächlichen Namen „More“ (das Meer).

  • Nominativ: More
  • Genitiv: Mora
  • Dativ: Moru
  • Akkusativ: More
  • Vokativ: More
  • Lokativ: Moru
  • Instrumental: Morom

Die Deklination der Namen ist auch für die Anpassung an Adjektive wichtig, die das Nomen begleiten, da auch diese sich nach Fall, Geschlecht und Zahl verändern.
Das Erlernen der richtigen Deklination ist ein wesentlicher Bestandteil des Spracherwerbs und unerlässlich für eine korrekte Kommunikation auf Kroatisch. Es kann insbesondere für Sprecher ohne Erfahrung mit Fällen oder Deklination zunächst herausfordernd sein, aber mit Übung wird es zur zweiten Natur.
Nun, man kann es lernen, auch wenn es recht kompliziert klingt.